Huferkrankungen 


Definition, Symptome und mehr

 

Erkrankungen des Pferdehufs reichen von Hufrehe über Strahlfäule bis zu Hufgeschwüren. Sie äußern sich durch Lahmheit, Schmerz, Veränderungen am Horn oder üblen Geruch. Frühe Diagnose, gute Pflege und Vorbeugung sind entscheidend für gesunde Hufe.

 

Pferdehuf mit ausgebildeter Hufrehe (Laminitis)

Hufrehe (Laminitis) 

Hufrehe beim Pferd – erkennen, verstehen, vorbeugen

Hufrehe (Laminitis) ist eine akute Entzündung der Huflederhaut und zählt zu den schwerwiegendsten Erkrankungen des Pferdehufs. Durch eine gestörte Durchblutung kann sich die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel lösen – im schlimmsten Fall kommt es zur Rotation oder Absenkung des Hufbeins. Daher ist Hufrehe immer ein Notfall und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.

Typische Anzeichen sind Lahmheit (vor allem in Wendungen), warme und pulsierende Hufe, die typische Sägebockhaltung, Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten sowie Bewegungsunlust. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Ursachen und Vorbeugung:

  • Futterrehe durch zu viel fruktanreiches Gras oder Kraftfutter
  • Belastungsrehe bei übermäßiger Beanspruchung oder harter Bodenarbeit
  • Stoffwechsel- oder Hormonstörungen (z. B. Cushing, EMS)
  • Vergiftungen oder mechanische Fehlbelastungen

Vorbeugen lässt sich durch angepasste Fütterung, regelmäßige Hufpflege, ausreichende Bewegung und Kontrolle des Stoffwechsels. Bei ersten Anzeichen gilt: sofort Tierarzt und Hufpfleger kontaktieren – schnelles Handeln kann den Huf retten.

Pferdehuf mit einem Hufgeschwür

Hufgeschwür 

Hufabszesse sind eine verbreitete Krankheit bei Pferden, die durch eine Ansammlung von Eiter im Huf verursacht wird, meist ausgelöst durch bakterielle Infektionen. Diese Abszesse können durch Verletzungen, Fremdkörper wie Nägel, mangelnde Hufpflege oder zu starke Belastung entstehen.

Typische Symptome sind plötzliche Lahmheit, Wärmeentwicklung im betroffenen Bereich sowie Schwellungen oder Rötungen. Manchmal ist auch Eiteraustritt sichtbar. Die Behandlung umfasst meist das Öffnen des Abszesses durch einen Tierarzt, um den Eiter zu entleeren und Schmerzen zu reduzieren, gefolgt von Antibiotikagabe und sorgfältiger Hufreinigung und -verband, um Neuinfektionen vorzubeugen. Früherkennung und fachgerechte Behandlung sind essentiell, um schwerwiegende Folgen wie dauerhafte Schäden oder Lahmheit zu vermeiden.


Zur Vorbeugung von Hufgeschwüren bei Pferden ist eine regelmäßige und sorgfältige Hufpflege unerlässlich. Dazu gehört das tägliche Auskratzen der Hufe, um Fremdkörper zu entfernen und das Ansammeln von Feuchtigkeit zu verhindern, die Bakterienwachstum fördern kann. Eine korrekte Hufbearbeitung durch einen qualifizierten Hufpfleger ist ebenfalls wichtig, um Fehlstellungen und übermäßigen Druck zu vermeiden, die zu Hufgeschwüren führen können. Schutzmaßnahmen wie der Einsatz von Hufschuhen oder Einlagen beim Reiten auf hartem oder unebenem Untergrund können ebenfalls helfen, Verletzungen und damit verbundene Infektionen zu verhindern.

Röntgenbild eines Pferdehufs mit Markierung wo eine Hufrolle entsteht.

Hufrolle 

Die Hufrolle, auch Podotrochlose genannt, ist eine Krankheit, die den Hufmechanismus des Pferdes beeinträchtigt. Sie zeichnet sich durch Entzündungen und strukturelle Veränderungen in der Hufrolle aus, einem Teil des Hufes, der das Strahlbein, die tiefe Beugesehne und angrenzende Strukturen umfasst.

Diese Krankheit kann bei Pferden zu Lahmheit und Schmerzen führen, weshalb eine gründliche Diagnose und ein sorgfältiges Management erforderlich sind. Die Ursachen für Hufrehe sind vielfältig und reichen von Überlastung und mangelnder Hufpflege bis hin zu genetischen Prädispositionen. Die Behandlungsoptionen hängen vom Schweregrad und der Ursache der Krankheit ab und umfassen konservative Ansätze wie speziellen Hufbeschlag und Medikation bis hin zu operativen Verfahren. Früherkennung und adäquate Pflege sind für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes von größter Bedeutung. 

  • Definition: Die Hufrolle, auch Podotrochlose genannt, bezeichnet eine Gruppe von Entzündungen und degenerativen Zuständen, die den Hufrollenapparat von Pferden betreffen.
  • Symptome: Typische Anzeichen sind eine nicht eindeutige Lahmheit, Bewegungssteifigkeit, eine veränderte Gangart und eine erhöhte Empfindlichkeit des Hufs.
  • Ursachen: Häufig wird die Krankheit durch eine falsche Belastung des Hufs verursacht, was schmerzhafte Entzündungen im Bereich der Hufrolle nach sich zieht.
  • Behandlung: Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen die Stoßwellentherapie, der orthopädische Beschlag und in einigen Fällen die Durchführung einer Neurektomie.
KI-generiertes Bild von einem Pferdehuf mit Hufkrebs.

Hufkrebs 

Hufkrebs, auch Strahlkrebs genannt, ist eine chronische Entzündung der Lederhaut im Pferdehuf. Diese Erkrankung führt zu empfindlichen Wucherungen und kann Lahmheit verursachen.

Hufkrebs, auch Strahlkrebs genannt, ist eine chronische Entzündung der Lederhaut im Pferdehuf. Die Lederhaut, die den äußeren Hornschuh mit dem Hufbein verbindet, ist essentiell für die Hornbildung sowie das Wachstum und die Erneuerung der Hufkapsel. Die durch Hufkrebs verursachten Wucherungen sind zwar nicht bösartig, haben jedoch ein charakteristisches, blumenkohlartiges Aussehen.

Symptome von Hufkrebs umfassen empfindliche Wucherungen, die bis auf die Hornhaut reichen und bei Berührung bluten können, Lahmheit aufgrund von Schmerzen und einen instabilen sowie verformten Huf, besonders wenn der Hufkrebs die Trachtenwand erreicht und die Lederhaut sich vom Tragrand löst.

Die Ursachen von Hufkrebs sind nicht immer klar definiert, jedoch tritt er häufig nach unbehandelter Strahlfäule auf. Bakterien, die über den Strahl eindringen, entzünden die Huflederhaut, was zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und einer fehlerhaften Verhornung der neu gebildeten Zellen führt.

Behandlungsoptionen beinhalten das Entfernen des betroffenen Gewebes durch einen Tierarzt und erfahrenem Hufbearbeiter, möglicherweise unter lokaler Anästhesie, oder das Ausbrennen des Gewebes. Ein Hufverband kann zur Unterstützung der Heilung angelegt werden.

Die Prognose ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Hufkrebs ist nicht kontagiös und bildet keine Metastasen in den inneren Organen. Begegnet man einem Fall von Hufkrebs, ist es entscheidend, umgehend professionelle Hilfe zu suchen, um die Mobilität des Pferdes zu bewahren.

KI-generiertes Bild von einem Pferdehuf mit Weiße Linien Krankheit.

Weiße Linien Krankheit 

Diese Krankheit schwächt die Verbindung zwischen Hufwand und Sohle, was die Hufstruktur beeinträchtigt. Eine sorgfältige Pflege und Behandlung sind entscheidend, um die Gesundheit des Hufs zu erhalten.

Sie beeinträchtigt die kritische Verbindung zwischen der Hufwand und der Sohle, was zu einer Schwächung der Struktur des Hufs führt.

Die Krankheit wird durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt, einschließlich schlechter Hufpflege, feuchter Umgebung und mangelhafter Ernährung, die die Integrität der Hufwand beeinträchtigen können.

Die Behandlung erfordert eine sorgfältige Entfernung des infizierten Gewebes und die Anwendung von antiseptischen Mitteln, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern. 

Die Prävention spielt eine entscheidende Rolle und umfasst regelmäßiges Hufschneiden, eine ausgewogene Ernährung und die Aufrechterhaltung trockener und sauberer Stallbedingungen. Eine enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Hufbearbeiter und Tierarzt ist unerlässlich, um die beste Pflege und Behandlung für Pferde mit dieser Erkrankung sicherzustellen.

Pferdehuf mit ausgeprägter Strahlfäule

Strahlfäule 

Strahlfäule ist eine ernste Erkrankung bei Pferden, die durch anaerobe Bakterien verursacht wird und das weiche Strahlhorn des Hufes angreift.

Die Symptome sind vielfältig und reichen von einem fauligen Geruch bis hin zu Lahmheit.

Die Ursachen sind oft in mangelnder Hygiene und feuchtwarmen Haltungsbedingungen zu finden. Eine frühzeitige Erkennung der Krankheit ist entscheidend, da sich die Bakterien schnell ausbreiten können und im schlimmsten Fall eine Sepsis verursachen, die zu weitreichenden Organ- und Gewebeschäden führen kann.

Die Prävention und Behandlung erfordern eine gute Stallhygiene und regelmäßige Hufpflege. Bei Anzeichen von Strahlfäule ist es wichtig, umgehend einen Tierarzt oder einen erfahrenen Hufbearbeiter zu konsultieren, um eine geeignete Behandlung einzuleiten und die Gesundheit des Pferdes zu sichern. Eine konsequente Behandlung kann die Prognose signifikant verbessern und dazu beitragen, dass das Pferd ein gesundes und aktives Leben führen kann.

Huf mit ausgeprägtem Hufpilz

Hufpilz 

Hufpilz ist eine oft unterschätzte, aber ernstzunehmende Erkrankung der Pferdehufe. Es handelt sich um eine Infektion mit Pilzen oder Hefen, die das Hufhorn angreifen und schädigen. Meist tritt Hufpilz in Kombination mit Strahlfäule oder anderen Hufproblemen auf und kann unbehandelt zu tiefen Rissen, brüchigem Hufhorn und sogar Lahmheit führen.

Ursachen von Hufpilz

Hufpilz entsteht vor allem durch feuchte, unhygienische Bedingungen und ein geschwächtes Hufhorn. Häufige Ursachen sind:

  • Nasse, matschige Böden: Dauerhafte Feuchtigkeit weicht das Hufhorn auf und macht es anfälliger für Infektionen.
  • Schlechte Stallhygiene: Ammoniak aus Urin greift das Horn an und fördert das Wachstum von Pilzen und Bakterien.
  • Falsche Hufpflege: Zu seltene oder unsachgemäße Hufbearbeitung kann Risse oder Spalten begünstigen, in denen sich Pilze festsetzen.
  • Geschwächtes Immunsystem: Mangelernährung oder andere Erkrankungen können das Pferd anfälliger für Hufinfektionen machen.

Symptome von Hufpilz

Die Anzeichen für Hufpilz können je nach Schweregrad variieren. Typische Symptome sind:

  • Brüchiges, weiches oder rissiges Hufhorn
  • Weißlich-graue oder schwarze Verfärbungen im Horn
  • Übelriechender Geruch, oft ähnlich wie bei Strahlfäule
  • Empfindlichkeit oder Schmerzen beim Reinigen des Hufes
  • In fortgeschrittenen Fällen Hohlräume oder Absplitterungen

Behandlung und Vorbeugung

Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Wichtige Maßnahmen sind:

  • Gründliche Reinigung der Hufe: Tägliches Auskratzen und Entfernen von Schmutz, um Feuchtigkeit zu reduzieren.
  • Desinfizierende Hufpflegeprodukte: Spezielle Antipilzmittel oder Hufdesinfektionsmittel helfen, den Pilz abzutöten.
  • Trockene, saubere Haltung: Eine trockene Einstreu und regelmäßiges Ausmisten verringern die Infektionsgefahr.
  • Regelmäßige Hufbearbeitung: Fachgerechte Kürzung und Korrektur durch einen Hufbearbeiter beugt Rissen und Spalten vor.
  • Unterstützung durch Fütterung: Biotin, Zink und Omega-3-Fettsäuren fördern das Hufwachstum und stärken das Horn.

Hufpilz ist meist gut behandelbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Wer auf eine konsequente Hufpflege und Haltung achtet, kann das Risiko deutlich reduzieren und die Hufgesundheit seines Pferdes langfristig erhalten.

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