Klauenpflege
Fach- und artgerecht bei Schafen und Ziegen
Klauenpflege ist ein grundlegender Bestandteil der Schaf- und Ziegenhaltung. Unabhängig von der Bestandsgröße unterstützt sie die Gesunderhaltung der Tiere und beugt langfristigen Problemen vor.
Gerne unterstütze ich Sie bei Ihrer kleinen Herde aus Hobbyhaltung oder Hobbyfarming mit einem fachmännischen Klauenschnitt.
Klauenpflege – Das Fundament für Gesundheit, Tierwohl & Leistungsfähigkeit

Bedeutung der Klauengesundheit
Schafe und Ziegen sind Paarhufer; ihre Klauen tragen das gesamte Körpergewicht. Da sie monatlich etwa 3–5 mm wachsen und natürlicher Abrieb oft fehlt, ist regelmäßige Pflege notwendig. Vernachlässigte Klauen können Schmerzen und Folgeprobleme verursachen.
Bedeutung der Häufigkeit
Je nach Rasse, Haltung und Bodenverhältnissen empfehle ich eine professionelle Klauenpflege 3–4 Mal pro Jahr. Regelmäßige Kontrollen beugen schmerzhaften Fehlstellungen vor und ersparen langfristig aufwendige Behandlungen.
Frühwarnsignale
Woran Sie Probleme erkennen können
- Lahmheit: Eines der auffälligsten Symptome. Betroffene Tiere belasten eine Klaue weniger oder vermeiden das Auftreten auf einem Bein.
- Schwellungen und Rötungen: Vor allem im Ballenbereich oder im Spalt zwischen den Klauen sichtbar. Das betroffene Gebiet kann warm und druckempfindlich sein.
- Eitriger oder übelriechender Ausfluss: Bei schweren Infektionen wie Moderhinke (Klauenfäule) oder Panaritium kann eitriges Sekret auftreten.
- Veränderungen der Klaue: Weiches oder brüchiges Ballenhorn, Überwuchs, Risse oder kegelförmige Veränderungen können Hinweise auf Krankheiten sein.
- Verhaltensänderungen: Tiere können weniger fressen, Truppenabstände verändern oder sich häufiger hinlegen, um Klauen zu entlasten.
- Anfällige Stellen: Besonders die Zwischenklauenhaut ist empfindlich gegenüber Infektionen, da sie eine natürliche Barriere darstellt.
Häufige Klauenerkrankungen
- Moderhinke/Klauenfäule: Bakterielle Erkrankung, häufig bedingt durch Feuchtigkeit oder zu viele Futtermittelkonzentrate; führt zu Lahmheit und übelriechendem Ausfluss.
- Ballenhornfäule: Chemische Zersetzung des weichen Ballenhorns durch Gülle oder nassen Stallboden, typischerweise an den Hinterbeinen.
- Panaritium: Eitrige Infektion des Klauenhorns oder des Zehenbereichs, oft mit Schwellungen und Schmerzen verbunden.
- Klauenwarzen: Kleine Tumore oder Wucherungen an der Klaue, die ebenfalls Lahmheit verursachen können.
Einfache Ursachen für Lahmheit
- Anhaftende Erde oder Lehm, die beim Trocknen zwischen den Klauen reiben und Schmerzen verursachen.
- Unsachgemäße Haltung oder fehlende Klauenpflege, die Überwuchs und Druckstellen begünstigen.
Präventive Maßnahmen
- Regelmäßige Klauenpflege: Schneiden und Reinigen der Klauen verhindert Überwuchs und frühzeitige Infektionserkennung.
- Saubere, trockene Stallbedingungen: Minimieren das Risiko für Ballenhornfäule und Moderhinke.
- Kontrolle bei Bewegungen oder Gewichtstransfer: Tiere sollten regelmäßig beobachtet werden, um frühe Lahmheit zu erkennen.
Folgen bei Vernachlässigung
Gemäß § 1 des Tierschutzgesetzes dürfen Tieren keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden. Fehlende oder unzureichende Klauenpflege hat sowohl tierschutzrelevante als auch wirtschaftliche Konsequenzen:
- Lämmer: geringere Gewichtszunahmen, höhere Futterkosten
- Fruchtbarkeit: schmerzhafte Widder springen weniger auf
- Ablammung: erhöhtes Risiko für Komplikationen und Infektionen
- Milchleistung: Lahmheiten hemmen die Laktation deutlich

Moderhinke – kurz erklärt
Moderhinke ist eine sehr ansteckende bakterielle Klauenerkrankung bei Schafen und Ziegen. Sie verursacht starke Schmerzen, führt zu Lahmheit und kann sich schnell in der Herde ausbreiten. Typische Hinweise sind übler Geruch, feuchte Stellen, Entzündungen im Zwischenklauenspalt und Hornablösungen. Regelmäßige, fachgerechte Klauenpflege beugt vor.
Was tun bei Verdacht?
- Tier genau beobachten (Lahmheit, Schonhaltung)
- Klauen prüfen: Geruch, Feuchtigkeit, Hornablösung
- Betroffene Tiere absondern
- Nicht selbst schneiden – Tierarzt kontaktieren
- Fachgerechte Klauenpflege zeitnah einplanen
- Auf Hygiene achten: trockene, saubere Liegeflächen
Frühes Handeln verhindert Schmerzen und eine Ausbreitung.

